Von Shoshonen, Irokesen und Hobbyindianern

1492 landete Christoph Kolumbus auf den Karibischen Inseln und glaubte einen neuen Seeweg nach Indien entdeckt zu haben. Deshalb wurden die Bewohner dieser Inseln als „Indianer“ bezeichnet, was auch noch beibehalten wurde, als der Irrtum aufgedeckt und der neue Kontinent als Amerika in die Seekarten der spanischen Eroberer eingetragen wurde.

Mit der Neu-Entdeckung und Besiedelung Amerikas durch die spanischen Kolonialisten begann für die Ureinwohner Amerikas ihr Untergang. Eine Jahrtausendealte Hochkultur, die zahlreiche Indianerstämme von Nordamerika über Mittelamerika bis hin nach Südamerika hervorbrachte, fiel den Eroberern zum Opfer. Erst kamen die spanischen Siedler nach Mittelamerika, später die Mittel- und Nordeuropäer nach Nordamerika. Nicht nur die militärische Übermacht, auch eingeschleppte Krankheiten wie die Pest oder die Pocken rafften in weniger als 100 Jahren viele Indianerstämme dahin. Viele von ihnen gingen als besonders mutig oder grausam dabei in die Weltgeschichte ein.

Was blieb ist vor allem der Mythos von einer fremden Welt, der durch die sagenhaften Goldschätze der Azteken, gigantische Tempelstädte der Maya, grausame Geschichten von Menschenopfern oder Skalp jagenden Irokesen, Sioux und Shoshonen genährt wird. Die letzten Nachfahren der Ureinwohner Amerikas leben heute in Indianerreservaten, die ihnen von ihren Eroberern zugebilligt wurden. Hier können sie ihren Bräuchen und Sitten treu bleiben und ihre heiligen Stätten und Ahnen verehren.

Was wir heute von den Shoshonen, Irokesen, Apachen und anderen Indianerstämmen wissen, stammt jedoch nicht immer aus geschichtlich belegten Quellen, sondern aus der Feder sehr phantasievoller Dichter, wie z. B. Karl May. Durch ihn weiß jeder kleiner Junge, dass ein Indianer sich mit Federn schmückt, sein Gesicht bunt bemalt, Mokassins trägt und mit Pfeil und Bogen jagt. Er weiß, dass sie klangvolle Namen tragen, Büffel jagen und in Zelten leben. Diese Geschichten und Taten der Indianer Nordamerikas und ihrer Eroberer, der weißen Männer, kann man sehr eindrucksvoll bei den Karl May Festspielen miterleben, bei denen ein Stück Wilder Westen nach Mitteleuropa gelangt. Es ist der ideale Platz für zahlreiche Hobbyindianer, die sich hier einen Mythos vom guten, stolzen und mutigen Indianer, der sich schließlich mit dem weißen Mann anfreundete, aufgebaut haben.

Nun, was wirklich dran ist an diesen Geschichten, Mythen und Legenden, das wollen wir in diesem Blog herausfinden. Als Freunde der indianischen Kultur wollen wir aber auch in die ehemaligen Jagdgründe der Shoshonen und Apachen reisen, mit ihnen am Lagerfeuer die Friedenspfeife rauchen und uns in die Geheimnisse der indianischen Kultur einweihen lassen.

 

Die Taìno in der Karibik

Erstellt am 16. April 2012 von Jakob
Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Wer über die indigene Bevölkerung der Karibik spricht, der erinnert oft daran, dass diese von den Kolonialherren versklavt und ausgerottet wurde. Der Rest von ihnen vermischte sich mit afrikanischen Sklaven und den Nachkommen der Europäer. Nur wenigen ist bekannt, dass auch die Kariben, nicht die ursprüngliche Bevölkerung der Antillen darstellen. Sie setzten erst zu relativ später Zeit über und vertrieben die bis dahin dort lebenden Taìno. Dieser Prozess dauerte mehrere Jahrhunderte und verdrängte die Taìno fast vollständig. Die letzten Reste dieser Kultur verblieben auf den großen Antillen und wurden nach der Ankunft der Conquistadores schließlich vollständig aufgerieben.
Mehr lesen »